Die Verhinderung von Nuklearterrorismus bleibt eine der dringendsten Aufgaben unserer Zeit. Spaltbares Material, das sich zum Bau von Atomwaffen eignet, kerntechnische Anlagen sowie radioaktive Stoffe aus Industrie und Medizin sind nach wie vor mögliche Ziele von Terroristen und Kriminellen.

Bei solchen Szenarien handelt es sich nicht nur Gedankenspiele, sondern um reale Risiken. Dies zeigt sich daran, dass es bereits eine Reihe von Fällen aus den Bereichen Nuklearkriminalität und –terrorismus gegeben hat - mehr, jedenfalls, als gemeinhin angenommen wird:

  • Seit Mitte der 1990er Jahren haben mindestens zwei Terrororganisationen, al-Qaida und die japanische Aum-Sekte, ernstzunehmende Versuche unternommen, in den Besitz von Atomwaffen bzw. von waffenfähigem Spaltmaterial zu gelangen. (Al-Qaida führte darüber hinaus erste Experimente mit nicht-nuklearen Komponenten für eine solche Waffe durch. Die Aum-Sekte begnügte sich letztlich mit chemischen Kampfstoffen und setzte diese 1995 in Tokio bei einem schweren Anschlag auch ein.)
  • Auch Kernkraftwerke, sowohl während der Bauphase als auch im laufenden Betrieb, sind von Terroristen, Separatisten und Kriminellen bereits bedroht und angegriffen worden. In der offenen Literatur wurden in den vergangenen vier Jahrzehnten einige Dutzend solcher Vorkommnisse dokumentiert. Dabei ist es in keinem Fall zu einer Freisetzung von Radioaktivität gekommen, auch - aber nicht immer - weil die Angreifer dies vermeiden wollten.
  • Schließlich ist radioaktives Material wiederholt als Waffe bei Mordanschlägen und Körperverletzungen verwendet worden.

Damit es Terroristen und Kriminellen auch in Zukunft nicht gelingt, an Atomwaffen zu gelangen oder Anschläge zu verüben, bei denen es zu einer größeren Freisetzung von Radioaktivität kommt, sind zunächst die Regierungen einzelner Staaten und die internationale Gemeinschaft gefordert, die politischen und diplomatischen Instrumente zur Verbesserung der nuklearen und der radiologischen Sicherung weiterzuentwickeln und zu stärken. Dies betrifft vor allem jene Maßnahmen und Abkommen, die zur weltweiten Sicherung von waffenfähigem Spaltmaterial sowie zum Schutz von kerntechnischen Anlagen vor Anschlägen und Sabotage beitragen.

Daneben ist es aber vor allem die Aufgabe von Betreibern kerntechnischer Anlagen und anderen Einrichtungen, in denen radioaktives Material verwendet wird, die bereits bestehenden Vorschriften zur Sicherung ernst zu nehmen und ihren Beschäftigten ein angemessenes Sicherungs- und Gefahrenbewusstsein zu vermitteln.

Die Artikel und Berichte, die nachfolgend verlinkt sind, erklären einige der wichtigen Fakten und Konzepte der nuklearen Sicherung im Zusammenhang mit Terrorismusgefahren. Sie behandeln u.a. die folgenden Fragen:

  • Was muss getan werden, damit hochangereichertes Uran und Plutonium – die Stoffe, die für Atomwaffen unerlässlich sind – von Terroristen ferngehalten werden?
  • Können Terroristen Kernkraftwerken gefährlich werden - und welche Schutzmaßnahmen gibt es?
  • Welche Lehren kann man aus der Fukushima-Katastrophe ziehen, um die Unfallsicherheit (Safety) und den Schutz gegen Sabotage (Security) besser miteinander zu verzahnen?
  • Und schließlich: Welche Bedrohung stellen „schmutzige Bomben“ wirklich dar, und wie können Strahlenquellen aus Medizin und Industrie besser gesichert werden? 

Die Beiträge dieser Sammlung sind von einigen meiner Kollegen und mir selbst sowie anderen zuverlässigen Experten verfasst worden. Einige Texte liegen in deutscher Sprache vor.

Ich hoffe, dass diese Unterlagen für Sie als Journalist/-in oder interessierte(r) Mitbürger/-in nützlich sind. Wenn Sie weitere Fragen zu diesen Themen haben, melden Sie sich doch einfach unter der Email-Adresse Tom.Bielefeld[at]gmail.com.


Bitte beachten Sie: Die Einbindung deutschsprachiger Artikel und Vortragsfolien befindet sich noch im Aufbau.

Nukleare Sicherheit und Terrorismus: Artikel in deutscher Sprache